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7 Schweizer Filme Als WELTPREMIEREN am ZFF

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 25.09.2019, 16:46 Uhr
Presse-Ressort von: turotti.en-a.ch Bericht 4205x gelesen

Zürich [ENA] 7 Schweizer Filme Als WELTPREMIEREN am ZFF - Das ZFF zeigt dieses Jahr 171 Filme, darunter 17 Schweizer Produktionen. Das sind die einheimischen Filme, die ihre Uraufführung am ZFF feiern. Das ZFF beginnt dieses Jahr mit der Weltpremiere der Grossproduktion Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes von Niklaus Hilber. „Bei uns geniesst der Schweizer Film einen hohen Stellenwert, das ZFF hat sich mit Filmen wie

SENNENTUNTSCHI und WOLKENBRUCH als wichtigste Plattform für grosse Schweizer Titel etabliert“, erklärt der künstlerische Direktor Karl Spoerri. Er verweist auf die Zürcher Regisseurin Lisa Brühlmann, die nach dem Gewinn des Goldenen Auges mit BLUE MY MIND Angebote aus den USA erhielt und mit der Serie KILLING EVE den internationalen Durchbruch schaffte. „Das ZFF will den Filmen nicht nur einen guten Start im Heimmarkt ermöglichen, sondern auch eine internationale Karriere ermöglichen.“ Sieben der insgesamt 17 Schweizer Filme feiern in Zürich Weltpremiere: INHERIT THE VIPER von Anthony Jerjen - Der Genfer Anthony Jerjen (*1988) hat in den USA einen rauen, düsteren Indie-Film im Stil von WINTER’S BONE gedreht, der im von Fabrikschliessungen

gepiesackten White-Trash-Milieu der Appalachen angesiedelt ist. In der Hauptrolle brilliert der neunziger Jahre Heartrobe Josh Hartnett und in einer Nebenrolle der unverwüstliche Bruce Dern. Der Film spielt vor dem brennend aktuellen Hintergrund der Opiod-Krise, die in den letzten 20 Jahren über 400 000 Amerikaner dahingerafft hat. Alle 11 Minuten stirbt in den USA ein Mensch an einer Überdosis Schmerzmittel - erst vor einem Monat wurde der Pharmakonzern Johnson & Johnson in den USA zu einer Busse von 572 Millionen Dollar verdonnert, weil er die Schmerzmittel auf den Markt brachte, obwohl er wusste, dass sie abhängig machen. INHERIT THE VIPER spielt in einem Kaff in Ohio, wo viele Menschen abhängig sind. Er erzählt vom Kampf des Irakkrieg

Veteranen Kip (Josh Hartnett), der seine Familie aus dem Opiod-Dealen herausbringen will - und auf starken Widerstand seiner Schwester Josie (Margarita Levieva) und der Dealerkönige stösst. Ein atmosphärisch dichtes Drama, superb inszeniert, welches ein neues Schweizer-Regie-Talent auf die Karte bringt. Produziert wurde der Film vom Genfer Michel Merkt und vom Tessiner Benito Müller. VOLUNTEER von Anna Thommen und Lorenz Nufer - Wir und die Fremden – das ist seit je ein zentrales Thema des Schweizer Films. Die grössten internationalen Erfolge feierte unser Kino mit Flüchtlingsdramen wie DIE LETZTE CHANCE (Grosser Preis von Cannes 1946), DAS BOOT IST VOLL (Silberner Bär, 1981) und Reise der Hoffnung (Oscar 1991).

Aber auch Die Schweizermacher von Rolf Lyssy, der erfolgreichste Film aller Zeiten im Heimmarkt, drehte sich um unser Verhältnis zu Ausländern. In diese Tradition reiht sich die Basler Regisseurin Thommen (*1980) ein, die 2013 mit ihrem Dokumentarfilm NEULAND über einen Lehrer, der Flüchtlingskinder unterrichtet, das Goldene Auge des Zurich Film Festival gewann. Nun kehrt sie mit ihrem jüngsten Werk VOLUNTEER zurück, das sie mit Lorenz Nufer realisierte. Es porträtiert verschiedene Schweizer, die sich 2015 aufmachten auf die griechische Insel Lesbos, um dort den ankommenden Flüchtlingen zu helfen. Bis zu 8000 verzweifelte Menschen strandeten jeden Tag auf der griechischen Insel. Es ist ein starker Film, der unter die Haut geht.

Im Unterschied zu Dokumentarfilmen wie HUMAN FLOW von Ai Weiwei fokussieren Thommen und Nufer nicht auf die Flüchtlinge, sondern auf die Schweizer, die an die griechisch-mazedonische Grenze reisten, um den Menschen zu helfen. Es handelt sich nicht um die typischen „Sozis“, darunter ist zum Beispiel ein bodenständiger Bauer aus dem Berner Oberland, der davon erzählt, wie ihn der Einsatz als Freiwilliger in der Organisation von Michael Räber veränderte. Darunter ist auch ein Moderator, der sonst an Schwingfesten für gute Laune sorgt, und in sehr reflektierter Sprache von seinen Dilemmata erzählt, die er hatte, als er den Flüchtlingen mitteilen musste, dass die Essensreserven aufgebraucht waren.

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