Montag, 20.05.2019 13:29 Uhr

Mars & Venus

Verantwortlicher Autor: Uwe Rembor Wien, 14.04.2019, 13:13 Uhr
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Mars & Venus
Mars & Venus  Bild: Uwe Rembor

Wien [ENA] Der aus Oberösterreich stammende Bildhauer Leopold Kiesling zählt zu den bedeutendsten Künstlern des Klassizismus, auch wenn von ihm nur wenige Arbeiten erhalten sind. Sein Hauptwerk ist die monumentale Figurengruppe „Mars und Venus mit Amor“. Sie entstand

in Rom, wo Kiesling mehrere Jahre als kaiserlicher Stipendiat weilte und von Antonio Canova unterstützt wurde. Die Skulptur erlangte noch vor ihrem Eintreffen in Wien Popularität. Das lag weniger an ihrer hervorragenden Gestaltung als vielmehr an ihrem Thema: Venus verleitet den Kriegsgott Mars dazu, das Kämpfen zu beenden und sein Schwert Amor zu übergeben. Dieses in Stein gemeißelte Symbol der Liebe und des Friedens wurde im Schatten der Napoleonischen Kriege zum Synonym der Hoffnung. Man sah darin eine Ähnlichkeit mit der Tochter des österreichischen Kaisers Marie Louise und Napoleon I, deren Hochzeit im März 1810 mit dem Wunsch nach Entspannung in Europa verbunden war.

Die Ausstellung beleuchtet die vielen Facetten dieser Skulptur und weist damit auf die (kunst-)historische, aber auch die politische Bedeutung des Werkes hin. Dabei kann die Marmorgruppe in ihrer meisterhaften Gestaltung wie ein Solitär in einem extra dafür eingerichteten Raum von allen Seiten betrachtet werden. Im begleitenden Katalog beleuchtet Ingeborg Schemper-Sparholz den kunsthistorischen Kontext von Kieslings Gruppe „Mars und Venus mit Amor“, Sabine Grabner schildert die Beziehung derselben mit dem Oberen Belvedere, und Werner Telesko gibt eine Erklärung dafür, warum im Jahr 1810 Venus und Mars mit Marie Louise und Napoleon gleichgesetzt wurde.

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