Dienstag, 22.10.2019 17:19 Uhr

Oscar Preisträger Mark Rylance präsentiert sich am ZFF

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 24.09.2019, 15:33 Uhr
Presse-Ressort von: turotti.en-a.ch Bericht 4196x gelesen

Zürich [ENA] Oscar Preisträger Mark Rylance präsentiert: «Waiting for the Barbarians» am ZFF Oscar-Preisträger, Shakespeare-Mime, Theater-Regisseur und: von Prinz William in den Adelsstand gehoben. Mark Rylances Oeuvre ist so gewaltig wie die Frage unschicklich, wie weit er vor der Kamera für INTIMACY wirklich ging. Nun stellt er in Zürich seinen neuen Film «Waiting for the Barbarians» vor. Der Skandal war gewaltig.

Als das französische Erotik-Drama INTIMACY von Patrice Chéreau 2001 den Goldenen Bären der Berlinale gewann, waren die Moralapostel zügig auf der Stelle. „Ich wollte Intimität zeigen", sagte Patrice Chéreau damals über seinen Film. „Gewöhnliche Menschen ohne perfekte Körper. Wenn Haut sich rötet, sich das Muster der Decke im Rücken abzeichnet – das ist die Realität. Und schön." Die beiden Schauspieler, die sich mit Haut und (Scham)-Haaren ihren Rollen und dem Körper des Gegenübers hingaben, waren die Neuseeländerin Kerry Fox (53) und der Brite Mark Rylance (59). Rylance war zu diesem Zeitpunkt künstlerischer Leiter des altehrwürdigen Globe Theaters in London, ein hochgeachteter Theaterregisseur und -schauspieler,

der eher Othello als Orgasmus auf dem Programm hatte. „Intimacy war die schwierigste Rolle, die ich je hatte“, sagte Rylance Jahre später über den Film. Die Attacken, denen er sich wegen den vermeintlich realen Sexszenen stellen musste, waren für den distinguierten Schauspieler schmerzhaft. „Ich wünschte, ich hätte den Film nie gedreht.“ Dennoch war das Drama die Startbahn für eine beachtliche Film-Karriere, deren Höhepunkt 2016 in der Vergabe des Oscars mündete: Mark Rylance wurde als bester Nebendarsteller für seine Rolle als Spion Rudolf Abel in BRIDGE OF SPIES von Steven Spielberg ausgezeichnet – eine Sensation, denn alle hatten damit gerechnet, dass Sylvester Stallone diesen Preis für seine Rolle als Rocky in CREED bekommt.

Ein Jahr später dann wurde Rylance von Prinz William als „Knight Bachelor“ in den Adelstand gehoben. Und doch gilt der Brite, der bereits als Teenager in einer Schulaufführung den Hamlet spielte, mit 18 Jahren an die Royal Academy of Dramatic Art in London aufgenommen wurde und 2010 in einer Umfrage des britischen Branchenmagazins The Stage hinter Judi Dench und Maggie Smith auf Platz drei der „besten britischen Theaterschauspieler aller Zeiten“ gewählt wurde, ausserhalb von England immer noch als „ewiger Geheimtipp“. Und dass, obschon er in den vergangenen Jahren in grossen Hollywood-Blockbustern wie DUNKIRK (2017) oder READY PLAYER ONE (2018) mitwirkte. Mit seinem neuesten Film Waiting for the Barbarians von Ciro Guerra dürfte sich das

nun aber definitiv ändern. Rylance spielt neben Johnny Depp in dieser kongenial umgesetzten Filmadaptation des mehrfach ausgezeichneten Romans von J. M. Coetzee. In diesem Drama geht es um die Frage nach Würde und Mitverantwortung des Einzelnen unter einem brutalen Regime, welches sich über Recht und Anstand hinwegsetzt. Rylance wir das Werk persönlich mit Ciro Guerra am ZFF am Sonntag, 29. September, vorstellen. Der Oscar-Buzz jedenfalls hat ihn bereits erreicht. Man darf also gespannt sein. Wie auch auf Rylances nächste Rolle: Satan. Die Zeiten, in denen der Name Mark Rylance nur einer kleinen Schar von Film- und Shakespeare-Fans geläufig sein wird, gehört definitiv der Vergangenheit an.

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