Montag, 26.10.2020 07:50 Uhr

CH - Die Kampfjets können abheben - Das Volk sagt JA

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Bern, 28.09.2020, 08:30 Uhr
Presse-Ressort von: turotti.en-a.ch Bericht 3133x gelesen

Bern [ENA] Ein derart knappes Ja zum Kampfjet hatte niemand vorausgesehen – vor allem nicht Verteidigungsministerin Viola Amherd selbst. Corona und die linken Städte wurden der Walliserin fast zum Verhängnis. Wieso sind die Flugzeuge fast abgestürzt? - Die Prognosen waren klar. Das Verteidigungsdepartement (VBS) durfte mit einer deutlichen Zustimmung zum Kampfjet-Kauf rechnen. Das Team von Departementschefin Viola Amherd (58)

war noch am Freitag zuversichtlich, gegen 60 Prozent Zustimmung zu erhalten. Und dann war alles anders: Gegner und Befürworter lagen gleich auf. Die Walliserin, die sich voll in den Abstimmungskampf reingehängt hatte, wankte. Lange war unklar, wer obenaus schwingt. Erst gegen 17 Uhr gab es Gewissheit: Mit nur 8670 Stimmen Unterschied ist Amherd knappe Siegerin des Kampfjet-Battles. Als die Verteidigungsministerin zusammen mit vier anderen Bundesräten 45 Minuten später vor die Medien tritt, hat sie sich noch nicht davon erholt, dass sie die halbe Schweiz gegen sich hat: 49,9 Prozent der Stimmenden verweigern ihr die Unterstützung. Dennoch spult sie ihre Siegesrede herunter. Und auf Fragen antwortete sie so, als hätten sich die Stimmenden

gerade überaus klar für den Jet ausgesprochen. Egal, dass die Wirklichkeit ganz anders aussieht. Amherd hat nichts falsch gemacht. Die grosse Frage ist: Wieso? Denn Amherd hat nichts falsch gemacht. Sie hatte nach 23 Jahren SVP-Vorsteherschaft im VBS frischen Wind in die verstaubten Büros im Bundeshaus Ost gebracht. Sie hatte sich als Frau tatsächlich für Frauen eingesetzt – was nicht jede Bundesrätin tut. Und sie hatte mit Thomas Süssli (53) einen Mann an die Spitze der Armee berufen, der nicht gleich das Rentenalter erreicht. Doch zum einen ist Amherd zum Corona-Opfer geworden. Die hohen Kosten der Pandemie hätten die Stimmenden fast bewogen, die sechs Milliarden teuren Jets zu grounden.

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