Montag, 20.05.2019 13:19 Uhr

Seekuh-Schnorcheln

Verantwortlicher Autor: Uwe Rembor Orlando, 31.03.2019, 19:23 Uhr
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Schnorcheln im Chrystal River
Schnorcheln im Chrystal River  Bild: Uwe Rembor

Orlando [ENA] Die meisten Menschen wissen nicht einmal was eine Seekuh ist – geschweige denn was Seekuh-Schnorcheln ist. Eine neue Trend-Sportart? Eine abfällige Bemerkung über jemanden der plump-unbeholfen schnorchelt? Eine witzige Bezeichnung für Schnarchen? Nein!

Seekuh-Schnorcheln ist genau das, was es heißt: Mit Seekühen (Englisch „Manatees“) das Element teilen. Die drolligen Säuger, gutmütige Riesen, sind Veganer und völlig harmlos, sehen knuffig aus und haben deshalb die Herzen der Menschen erobert. Es gibt ist sie aber nicht überall, sondern hauptsächlich in Florida, und dort kann man mit ihnen planschen. Von Orlando aus buchte ich die Tour und wurde mit einem Kleinbus abgeholt. Ungefähr zwei Stunden ging die Fahrt gen Westen, an der Chrystal River, der übrigens seinem Namen Ehre macht: kristallklares Wasser! Am kleinen Posten des Veranstalters angekommen, gab es einen kurzen Film von der US Park- und Naturschutzbehörde über das Verhalten im Wasser.

Da wir natürlich alle Tierfreunde waren hat uns der liebevoll gemachte Film gut gefallen und war Ehrensache dass wir die Tiere nicht ärgern oder bedrängen. Die kleine Station bot außerdem einige Souvenirs and und wir schlüpften in die Neoprenanzüge. Dann ging es mit dem Bus zur Anlegestelle wo Skipper und Tauchführer die Masken und Schnorchel verteilten bevor es auch schon in das nahe gelegen Seekuh-Reservat ging – die Fahrt dauerte kaum 5 Minuten. Das Wasser war kalt und es regnete, aber der Anblick des drolligen Seekühe und ihrer Babys versetzte uns in Verzückung und ließ uns das Wetter vergessen. Unser Tauchführer, in hellprange Maske und Schnorchel und daher immer gut erkennbar, stieg mit uns ins Wasser und machte die ganze Zeit

über Fotos und Filme. Wir beobachteten die Tiere aus einer Armlänge Entfernung und schwammen denn Chrystal River hoch, dabei zogen wir uns an einem im Wasser gespannten Seil, denn anders wären wir gegen die Strömung nicht angekommen. Einige Manatees kamen uns entgegen und schwammen mitten durch unsere Gruppe hindurch – ein einmaliges Erlebnis! Nach 2-3 Stunden die wie im Flug vergingen, kletterten wir wieder an Bord und bemerkten erst jetzt wie kalt uns war. Doch das war egal – dieser Ausflug hatte sich gelohnt, und die tollen Fotos sind eine bleibende Erinnerung.

Zurück in der Basis gab‘s kostenlos heißen Kaffee zum Aufwärmen und nach wenigen Minuten waren die CDs mit den Erinnerungsfotos und Filmen gebrannt. Selten erhält man mehr als man gebucht hat und erwartet. Unser Reiseveranstalter ist hier die große Ausnahme: Auf den Rückweg nach Orlando ging es nicht direkt, sondern über einen weiteren kleinen aber sehr reizvollen Naturpark der als Auffangstation für Wildtiere fungierte und wo es weitere Seekühe und Pumas, Schlangen und Alligatoren zu sehen gab, die zwar in Florida allgegenwärtig, aber nicht so einfach zu entdecken sind. Auch diese Einrichtung war mit viel Liebe gemacht und durch Freiwillige betrieben.

Bei schönem Wetter sind die Gärten und Picknickstationen ein Traum am Wasser, schade dass es ein kühler und regnerischer Tag war. Eine weitere zusätzliche Station, die letzte für heute, war eine abgelegene Station in den Everglades, wo man mit waschechten Rednecks im Propeller-Gleitboot durch die Sümpfe heizen konnte. Um den ohrenbetäubenden Lärm auszuhalten wurden Ohrenschützer verteilt, dann ging die rasante Fahrt durch das Labyrinth der Everglades los – ein wahres Wunder dass es Menschen gibt die sich in den unzähligen verworrenen Wasserwegen auskennen und nicht verloren gehen.

Unheimliche Bäume hingen ins nebelige Wasser, und die Vorstellung an ungezählte Alligatoren, Schlangen und anderes Getier sorgte zusammen mit dem peitschenden regen für eine Gänsehaut. In einem zerbrechlichen Holz- oder gar Gummiboot möchte man hier wahrlich nicht unterwegs sein, das hatten wir deutlich mehr Vertrauen in den Stahlrumpf dieser Höllenmaschine. Zurück am Steg gab es noch die Gelegenheit für ein Foto mit einem Baby-Alligator, was sich kaum jemand entgehen ließ. Die Betreiber der Station erbaten lediglich eine kleine Spende für die Tiere – sehr nett, wo anderswo in Florida für solche Fotos heftig abgegriffen wird.

Nun endlich ging es zurück nach Orlando, wieder – wie auf der Hinfahrt – bestens versorgt mit großzügigem Lunchpaket und Getränken. Jeder wurde in unmittelbarer Nähe seines Hotel abgesetzt, sorgsam achtete die Reiseleitung darauf dass kein Müll zurück gelassen wurde und nach einem Tag voller Bewegung und Kühle schliefen alle Seekuh-Abenteurer an diesem Abend sicher gut und träumten von possierlichen Manatees. Ein Ausflug der mit USD 130.- jeden Cent wert war!

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