Sonntag, 12.07.2020 06:02 Uhr

CH - Corona-App Daten bei Amazon Deutschland

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 04.06.2020, 08:46 Uhr
Presse-Ressort von: turotti.en-a.ch Bericht 6088x gelesen

Zürich [ENA] CH - Corona-App Daten bei Amazon Deutschland - Die mit der Corona-App gesammelten Daten seien sicher, weil in der Schweiz, betont der Bund. Aus technischen Gründen braucht es nun aber doch Server von Amazon. Gerade bei Gesundheitsdaten gilt dem Datenschutz ein besonderes Augenmerk. Das Wissen auch die Forscher von ETH und EPFL, welche die Corona-App für die Schweiz entwickelt haben. Ihre DP-3T-Methode setzt auf

grösstmögliche Privatsphäre und stösst auf internationales Interesse. Der Bund selbst werde die nötige Infrastruktur betreiben, hiess es. Doch jetzt wird bekannt, dass Daten bei Amazon in Frankfurt zwischengelagert werden. Damit ist ein dritter IT-Gigant am Projekt beteiligt. Apple und Google steuern bereits gemeinsam die Bluetooth-Technologie für das Tracing bei. «Weil die Infrastruktur unseres Bundesamtes für Informatik und Telekommunikation (BIT) dafür offenbar nicht ausreicht». So berichtete SP-Ständerat Paul Rechsteiner in der Debatte. Dies steht im Kontrast zur ursprünglichen Ankündigung, dass das BIT die Infrastruktur aufbauen werde. Auch im Weissbuch der ETH-Entwickler waren die Anforderungen an die App anders festgelegt: Ziel sei,

dass alles auf «breit verfügbarer Hardware» laufen könne. Wie das BAG ausführt, benötige die App ein sogenanntes Content Delivery Network (CDN). Nur mit diesem könne der von der App generierte Datenverkehr bewältigt werden. «Wenn Millionen SwissCovid Apps in regelmässigen Abständen die anonymen Schlüssel von Personen mit einer bestätigten Infektion abfragen, entsteht viel Traffic», erläutert BAG-Sprecher Gregor Lüthy. Für solche Angebote des Bundes greife man immer wieder auf externe Lösungen zurück. «Es handelt sich dabei um ein normales Vorgehen, das auch bei anderen Anwendungen im Bundesumfeld zum Einsatz kommt, etwa bei geo.admin.ch.» Gemäss Analyse des Bundes zeigt Amazon Web Services «ein angemessenes Gleichgewicht zwischen

Privatsphäre und Belastbarkeit. Wir haben diesem Punkt für unsere App wirklich grosse Beachtung geschenkt. Ich denke, das macht den grossen Unterschied aus zu anderen Apps, die man fürs Handy haben kann.» sagt Alain Berset. Grünen-Glättli sieht kein Datenschutzproblem - Der grüne Nationalrat und Netzpolitiker Balthasar Glättli ist stets sehr kritisch, wenn persönliche Daten im Netz herumgeschickt werden. Bei der Corona-App sieht er aus Datenschutzgründen aber darin kein Problem: «Zum Glück hat die Schweiz auf ein dezentrales Design gesetzt.» Die datenschutzmässig sensiblen Kontaktereignisse seien so ja ausschliesslich auf dem eigenen Mobiltelefon abgespeichert.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Photos und Events Photos und Events Photos und Events
Info.