Sonntag, 31.05.2020 00:25 Uhr

CH-COVID-19 - Hochfahren mit angezogener Handbremse

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Bern, 17.04.2020, 10:59 Uhr
Presse-Ressort von: turotti.en-a.ch Bericht 4571x gelesen

Bern [ENA] Hochfahren mit angezogener Handbremse Der Bundesrat macht den Lockdown etappenweise rückgängig. Sein Ziel ist es, die Verbote laufend zurückzunehmen und nicht in ein Stop-and-go zu verfallen. «Jetzt planen wir unsere Zukunft neu», brachte Wirtschaftsminister Guy Parmelin (60, SVP) den Bundesratsentscheid auf den Punkt, schrittweise aus dem Corona-Lockdown auszusteigen. Dank dem Exit-Plan können Geschäfte

jetzt Aktionen aufgleisen, um ihre Ware an Frau und Mann zu bringen. Doch die Landesregierung wirft den Konjunkturmotor vorsichtig an: Sie will verhindern, dass ein Hochschnellen der Ansteckungszahlen sie zwingt, Lockerungen wieder zurückzunehmen. «Wir wollen ein Stop-and-go verhindern», sagte Gesundheitsminister Alain Berset (48, SP) gestern. Auf dem Weg in Richtung Normalität soll die Gesundheit Vorfahrt haben. So gehören Spitäler zu den Ersten, die wie zuvor arbeiten dürfen. Denn ein noch längerer Aufschub von nicht unmittelbar notwendigen Operationen würde die Patienten gefährden. Und auch Coiffeure dürfen rasch wieder ran. Dies, weil sich bei ihnen nach einer Ansteckung einfach nachverfolgen lässt, wer mit den Personen im Salon Kontakt

hatte. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (59, SP) betont, es dürfe nur öffnen, wer ein Schutzkonzept vorweise: Wer aufmachen will, muss belegen, dass die weiterhin geltenden Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Und, wenn das wie bei einer Ärztin oder einem Coiffeur nicht möglich ist, dass er Ansteckungen mit Schutzbekleidungen verhindert. Konkret sieht der Zukunftsplan wie folgt aus - Erste Etappe: Ab 27. April dürfen Spitäler und Zahnarztpraxen den Normalbetrieb wiederaufnehmen. Coiffeur-, Massage-, Kosmetik- und Tattoo-Studios können wieder Kunden bedienen. Baumärkte, Gartencenter, aber auch Blumenläden und Gärtnereien dürfen Schrebergartenbesitzer erfreuen. Die Grossverteiler dürfen ab dann das gesamte Sortiment verkaufen.

Und an Beerdigungen ist die weitere Familie des Verstorbenen und nicht nur der engste Familienkreis zugelassen. Zweite Etappe: Am 11. Mai können die obligatorischen Schulen ihre Schulzimmer wieder öffnen. Alle Läden und Märkte dürfen ihre Waren verkaufen. Dritte Etappe: Ab 8. Juni sollen Mittelschulen sowie Berufs- und Hochschulen Präsenzveranstaltungen durchführen. Museen und Bibliotheken, botanische Gärten sowie Zoos sollen öffnen. Das bis dahin geltendes Verbot von Menschengruppen mit mehr als fünf Personen kann gelockert werden.Wann Grossveranstaltungen wieder möglich sein sollen, darüber entscheidet der Bundesrat später.

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