Donnerstag, 01.10.2020 06:39 Uhr

CH-Sport ohne Publikum – Der ZSC-CEO Peter Zahner warnt

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 10.08.2020, 11:14 Uhr
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Zürich [ENA] Sport ohne Publikum – Der ZSC-CEO Peter Zahner warnt vor Schäden in Milliardenhöhe und sagt: «Betroffen sind nicht nur wir, sondern auch andere Unternehmer, die von uns abhängig sind» Sollte der Bundesrat am Mittwoch am Veranstaltungsverbot mit über 1000 Zuschauern festhalten, werde es im Schweizer Mannschaftssport zu einer Konkurswelle kommen, sagt Peter Zahner.Der volkswirtschaftliche Schaden

wäre gemäss dem ZSC-CEO immens. Peter Zahner, am Mittwoch soll der Bundesrat entscheiden, ob ab Anfang September wieder Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern erlaubt sind oder nicht. Welche Konsequenzen hätte die Verlängerung des Verbots für Eishockey- und Fussballklubs? Verheerende. Es käme zu einer Konkurswelle. Der volkswirtschaftliche Schaden wäre immens. Ich rechne mit mehreren Milliarden Franken, die die Aufrechterhaltung des Veranstaltungsverbots die Schweiz kosten würde. Ist das nicht ein wenig schwarzgemalt? - Keineswegs. Allein im Eishockey drohen rund 4000 Arbeitsplätze verloren zu gehen. Ich spreche da nicht nur vom Profibetrieb, sondern auch von den verschiedenen Nachwuchsabteilungen, die über diesen mitfinanziert

werden und deshalb von ihm abhängen. Doch betroffen sind nicht nur wir, sondern auch eine ganze Reihe andere Unternehmer, die von uns abhängig sind: Hallenvermieter, Bühnenbauer, Werbeagenturen, Sicherheitsunternehmen, Bäcker, Metzger, Getränkelieferanten. Natürlich spielt es eine Rolle, wie lange das Veranstaltungsverbot aufrechterhalten wird. Eine ganze Saison mit nur 1000 Zuschauern pro Match kann sich kein Klub in der Schweiz leisten. Wie viel würde die ZSC Lions eine Saison ohne Zuschauer kosten? - Unser Geschäftsmodell fusst auf fünf Säulen. Drei davon würden ganz wegbrechen: die Einnahmen von Zuschauern, Gönnern und aus der Gastronomie. Die Sponsorenverträge sind zum Teil an Zuschauerzahlen gebunden und wären auch tangiert.

Keinen Einfluss hätte eine solche Situation einzig bei den TV-Einnahmen. Ich habe es überschlagsmässig hochgerechnet und rechne mit einem Schaden von gegen 15 Millionen Franken. Und weil wir im Hallenstadion eingemietet sind und die Gastronomie nicht selber betreiben, gehören wir in dieser Hinsicht eher noch zu den kleineren Klubs. Andere trifft das viel härter. Eishockey und Fussball haben ähnliche Schutzkonzepte ausgearbeitet. Maskenpflicht im Stadion, nur Sitzplätze und keine Gästesektoren, um zusätzliche Reiseströme zu verhindern und die Bedürfnisse des eigenen Anhangs so weit wie möglich zu befriedigen. Reicht das? - Ich denke schon. Wir haben Dutzende von Massnahmen definiert.

Ihre Akzeptanz und Notwendigkeit haben sich mittlerweile im Bewusstsein der Menschen festgesetzt. Ich erwarte keine Opposition dagegen. Und sollte sich jemand dagegen sträuben, soll er zu Hause bleiben. Die Gesundheitsdirektoren der Kantone möchten das Verbot für Grossveranstaltungen bis Ende März 2021 aufrechterhalten. Was geschieht dann? Würden die Saisons im Eishockey und im Fussball in diesem Fall überhaupt begonnen? Ich kann nur für das Eishockey sprechen. Sollte der Bundesrat am Mittwoch so entscheiden, dann werden die Telefonleitungen am Donnerstag heisslaufen. Wir haben am Freitag eine ausserordentliche Nationalligaversammlung, an der wir entscheiden müssen, wann und wie wir die Saison beginnen. Viel Zeit bleibt uns nicht....

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