Sonntag, 18.08.2019 20:15 Uhr

Häme, Schadenfreude und Spott für die ZSC Lions

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 07.03.2019, 20:56 Uhr
Presse-Ressort von: turotti.en-a.ch Bericht 4741x gelesen

Zürich [ENA] Die ZSC Lions im Elend nach der Pleite gegen Genf Servette. Das bedeutet für den Meister der letzten Saison er muss in die Play Outs, das erste Mal nach 13 Jahren Zugehörigkeit der Swiss Ice Hockey League. Häme, Schadenfreude und Spott – und doch ist Arno Del Curto der richtige ZSC-Trainer? Die verrückteste «amour fou» unseres Hockeys endet im Katzenjammer. Nun schulden die ZSC Lions Arno Del Curto einen Ehevertrag.

Das Verpassen der Playoffs können sie als Betriebsunfall abbuchen. «Amour fou» steht für eine verhängnisvolle Liebe. Eine «amour fou» endet im richtigen Leben meistens im Chaos. Im Eishockey auch. Die Verpflichtung von Arno Del Curto als ZSC-Trainer ist eine «amour fou» des Hockeys. Hinterher mag nun mancher sagen, dieser Trainerwechsel von Serge Aubin zu Arno Del Curto sei ein Fehler gewesen. Aber der Trainerwechsel war kein Fehler. Weder die ZSC Lions noch Arno Del Curto konnten dieser Versuchung widerstehen. Es musste einfach sein. Auch die Hockey-Götter wollten es. Die Gelegenheit war so günstig, als hätten höhere Mächte Regie geführt: Arno Del Curto war in Davos gescheitert und hatte keinen Job mehr.

Die ZSC Lions waren just zum gleichen Zeitpunkt mit einem «farblosen» Trainer im Mittelmass unzufrieden und wollten bessere Unterhaltung. Wenn nicht jetzt Arno, wann dann? Alle wollten es. Soll jetzt keiner kommen und sagen, er habe gewarnt und gewusst, dass es so herauskommen wird. Das Scheitern ist wahrlich kläglich. Die 2:3-Niederlage in Genf ist eine der schmählichsten in der Geschichte der ZSC Lions. Gross werden nun Spott, Häme und Schadenfreude sein. Aber eines geht dabei leicht vergessen: diese Schmach hat für die ZSC Lions keine schwerwiegenden Folgen. Anders als der EHC Kloten, Fussball-GC oder der FCZ haben die ZSC Lions eine breite wirtschaftliche und sportliche Basis und so viel Sportkompetenz,

dass sie weiterhin Jahr für Jahr eine Chance haben, die Meisterschaft zu gewinnen. Die Basis ist auch besser als in Bern und Lugano. Deshalb können wir sagen: die Playoffs verpasst – na und? Alles halb so schlimm. Ein paar Herren sind im Stolz verletzt. Aber das wird bald überwunden sein. Braucht es ein «House Cleaning»? Einen neuen Sportchef? Nein, braucht es nicht. Keiner weiss besser, wie eine solche Schmach zu managen ist als Sven Leuenberger. Er war schliesslich in Bern Sportchef, als der SCB 2014 als erster Meister die Playoffs verpasst hatte. Zwei Jahre später war der SCB schon wieder Meister.

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