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134 Millionen-Loch in CS-Pensionskasse..

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 11.12.2020, 10:49 Uhr
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Zürich [ENA] Die Nachricht tauchte zuerst nur auf Fachseiten auf, gestern nahm dann Bloomberg den Ball auf. Zwei von der CS geschaffene Rückversicherungs-Vehikel mit Sitz im steuergünstigen Guernsey würden ihr Geschäft abwickeln. Hinter der technisch klingenden Meldung steckt eine Bombe fürs Personal der Grossbank. Dieses war via Pensionskasse zu 100 Prozent wirtschaftliche Eigentümerin eines der zwei Vehikel. Das andere gehört

einem Abu Dhabi-Staatsfonds. Im Fall der CS-Pensionskasse, mit 29’000 Versicherten und Rentnern eine der grössten Vorsorgestiftungen des Landes, geht es um die sogenannte Humboldt Re. In ihrem Geschäftsbericht wies die CS-PK das Engagement in die Humboldt unter „Insurance-linked-Strategien“ aus. Per Ende 2016 lag der Wert des Vehikels bei 501 Millionen Franken. Ende 2017 wies die PK für Humboldt noch 458 Millionen aus, 2018 waren es 2 Millionen mehr. Im 2019 folgte der Taucher. Per 31. Dezember wurde die Humboldt Re nur noch mit 367 Millionen Franken bewertet. Das sind 134 Millionen weniger als 3 Jahre zuvor. Ein Debakel – zulasten der kleinen und mittleren Mitarbeiter der Bank, die in der PK versichert sind. Was ist passiert?

Im Namen der PK sagte ein Sprecher. „Wir verfolgen im Interesse unserer Versicherten eine langfristig ausgerichtete, nachhaltige Anlagestrategie.“ „Unser Anlageteam übt seine Tätigkeit streng nach definierten Investitionsprozessen und -richtlinien aus. Die Investitionstätigkeit wird regelmässig überwacht und im Sinne der Corporate Governance kontrolliert.“ „Angaben zu Einzelinvestments und deren Performance machen wir nicht.“ Aus dem Innern der Bank hiess es in Hintergrundgesprächen, dass die Anlagekategorie Rückversicherung in den letzten Jahren viel ihres früheren Glanzes verloren habe. Zu viele Katastrophen hätten das Geschäft vermiest, nun komme noch die grosse Pandemie dazu. Da schliesse man lieber gleich ganz.

Das stösst auf Unverständnis in der Branche. Tatsächlich schneidet die LGT, die wie die CS gross ist mit Rückversicherungs-Vehikeln, deutlich besser ab. Dort zeigt die Kurve nach einem Taucher aufwärts. Nicht so bei der CS. Bei deren Vehikeln leuchtet ein Bratschi-Anwalt auf, der mitgeholfen hat beim Aufsetzen des Konstrukts. Er soll die Idee für den Namen von Ducan-P gehabt haben. Gemäss Geschäftsbericht der Humboldt Re ist Ducan-P der formelle Besitzer. „The fund manager (die CS, AdR) provides investment management services to Ducan-P-Fund, the immediate parent company.“ In diesen Ducan-P-Fund hat dann die PK voll investiert. Und nun einen ebenso vollen Schuh herausgezogen.....

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