Sonntag, 17.01.2021 20:39 Uhr

Axel Weber – das Unglück der UBS

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 11.12.2020, 10:55 Uhr
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Zürich [ENA] Präsident verhaut sich mit CEO Hamers, Fusion CS, Krieg in Paris. Nun will Deutscher den Schweizer Pass, um länger zu bleiben. Der UBS-Verwaltungsrat sei mit der Wahl von Ralph Hamers als neuen CEO der Bank „sehenden Auges ein Risiko eingegangen, das nur schwer zu kalkulieren ist“. Es geht um den Entscheid eines Gerichts in Holland, dass die Strafbehörde des Landes gegen den einstigen Chef der niederländischen ING

Ermittlungen durchführen müsse. UBS-Chef Hamers droht eine Anklage, im schlimmsten Fall eine strafrechtliche Verurteilung. Nach 5 Wochen im Amt wird der Niederländer zur Gefahr für die führende Bank der Schweiz. Ihm wird vorgeworfen, dass er schwere Geldwäscherei willentlich nicht unterbunden habe und sich nie für die Vergehen entschuldigt habe. UBS-Präsident Axel Weber musste gestern den 70’000 Mitarbeitern der Bank ein Beruhigungsmail schicken. „Ich habe volles Vertrauen in die Fähigkeit von Ralph Hamers, unser Unternehmen zu führen“, meinte Weber. „UBS hat im Rahmen der Beurteilung von CEO-Kandidaten eine umfassende Überprüfung des Hintergrunds von Ralph durchgeführt und auch diese Angelegenheit durch unabhängige Dritte bewerten lassen.

„Die Ergebnisse dieser unabhängigen Beurteilungen und die damalige Bewertung der Angelegenheit durch die niederländische Staatsanwaltschaft haben uns voll und ganz überzeugt.“ Was gut klingt, kann das Versagen von Weber, der als Präsident des VRs der UBS die Hauptverantwortung trägt für das riskante Engagement, nicht kaschieren. Weber wusste, dass die Causa Hamers strafrechtlich noch nicht vom Tisch ist. Sie war vor einem Gericht in Den Haag hängig, als der Deutsche den Holländer auf den Schild als neuen CEO der UBS hievte. Weber ist der starke Mann der Bank, seit er 2012 von der Bundesbank, wo er ebenfalls Präsident war, auf die Kapitänsbrücke der UBS wechselte. Mehr und mehr übernahm Weber beim Schweizer Multi das Kommando,

während die operativen Entscheidungsträger an Einfluss einbüssten. Für die Bank nicht zum Guten. Weber war stark involviert beim Beschluss, gegen Frankreich in den Schwarzgeld-Krieg zu ziehen. Vor erster Instanz erlitt die UBS im Februar 2019 eine 5-Milliarden-Niederlage, ihr droht im Worst Case eine strafrechtliche Verurteilung. Beim Fusionsvorhaben mit der CS dieses Jahr gelang es Weber nicht, den angestrebten Deal im engsten Kreis zu behalten. Als seine Pläne publik wurden, war die Sache fürs Erste vom Tisch. Mit Hamers folgt eine noch grössere Pleite auf den Fuss. Allein die Tatsache, dass der UBS-Chef in den nächsten Monaten den Strafermittlern Hollands Auskunft geben muss, schwächt das neue operative Aushängeschild. Und damit die Bank

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