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CH - Bank Vontobels Salami-Umbau...

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 14.08.2020, 08:09 Uhr
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Zürich [ENA] Familienbank Vontobel entlässt seit Monaten Personal, stellt gleichzeitig neue Leute ein, alles ohne Sozialplan. Ein solcher sei nicht nötig. Die Zürcher Vontobel gleicht einer Baustelle. Bis Ende 2019 gab es drei Bereiche. Dann wurde einer, das Trading, aufgelöst, die zwei übrigen wurden in „Kompetenzzentren“ zerlegt. Alles für den Kunden, flötete die Vontobel-Spitze. Wir gehen voraus in der Bankenindustrie

beim Auflösen von Interessenkonflikten. Statt gleichzeitig Firmen zu helfen, ihre Aktien an den Anleger zu bringen, will New Vontobel nur noch für die Investoren da sein. Die sollen maximal profitieren von der Anlageexpertise der Bank. Was auf der Marketing-Bühne gut klingt, führt hinter den Kulissen zu einer Abwrackaktion. In den letzten Wochen und Monaten haben mehrere bekannte und teils langjährige Führungsleute das Haus Vontobel verlassen. Aus eigenem Antrieb oder gezwungenermassen. Ihnen folgten Unterstellte, die nicht mehr erwünscht respektive gebraucht waren. Der Abbau erfolgt als Dauerwelle. Kein Big-Bank, dafür Salami-mässig. Scheibchen um Scheibchen wird abgeschnitten. Das hat – aus Sicht der Führung – einen entscheidenden Vorteil

Einen Sozialplan für die Entlassungen und den Abbau von Stellen braucht es nicht, wie die Bank auf Anfrage ausführt. „Die Notwendigkeit für Sozialpläne gibt es nicht, weil die Veränderungen die Voraussetzungen hierfür nicht erfüllen“, sagt ein Sprecher der Bank auf Anfrage. Er verweist auf Mitarbeiterbestände – in der Schweiz und weltweit –, die netto keinen Abbau zeigen. Global beschäftigte die Privatbank Mitte 2020 knapp 2’000 Leute, das waren leicht mehr als per Ende 2019. Auch in der Schweiz gab es keinen Abbau, dort arbeiten weiterhin rund 1’600, also der Hauptharst des gesamten Personals. „Die Zahlen zeigen, dass die Zahl der Mitarbeitenden sowohl international wie auch in der Schweiz relativ stabil ist“, führt der Sprecher aus.

Georg Schubiger, Chef des weiterhin dümpelnden Private Bankings, darf dank seiner Loyalität zu CEO Zeno Staub weitermachen. Axel Schwarzer, Star des boomenden Asset Managements, steht vor seiner Pensionierung. Bis dahin hat ihm keiner viel zu sagen. Bei den übrigen Mitgliedern der Geschäftsleitung handelt es sich entweder um alte Weggefährte von Zeno Staub oder um Leute, die in anderen Banken kaum ganz nach oben gelangt wären. So herrscht in der Bank Vontobel Ruhe – zumindest nach aussen. Das Brodeln im Personal wird als Nebengeräusch abgetan.

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