Donnerstag, 01.10.2020 07:21 Uhr

CH - Crypto AG entlässt fast gesamte Belegschaft

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zug, 04.07.2020, 09:05 Uhr
Presse-Ressort von: turotti.en-a.ch Bericht 6632x gelesen

Zug [ENA] Nachfolger von Crypto AG entlässt fast gesamte Belegschaft - Das Nachfolgeunternehmen der Zuger Crypto AG, die manipulierte Chiffriergeräte verkaufte, kündigt über 80 Mitarbeitern der Crypto International AG. Das Nachfolgeunternehmen der Zuger Crypto AG, die manipulierte Chiffriergeräte verkaufte, hat diese Woche eine Massenentlassung angemeldet. Über 80 Mitarbeitern der Crypto International AG wird gekündigt.

Der Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zug, Bernhard Neidhart, bestätigte am Freitagabend eine entsprechende Medien Meldung. Das Amt sei über die Eröffnung der Konsultationsphase aufgrund einer möglichen Massenentlassung informiert worden, sagte Neidhart auf Anfrage. Zu Einzelheiten äusserte er sich nicht. Laut Medien Bericht will die Firma Crypto International AG im zugerischen Steinhausen 83 der 85 Arbeitsplätze in der Schweiz abbauen. Betroffen seien vorwiegend weltweit führende Spezialisten im Bereich der Cyber Security. Die Entlassung erfolge, weil der Bundesrat dem Nachfolgeunternehmen der Crypto AG keine Ausfuhrbewilligung erteilen wolle.

Diese hatte jahrelang über hundert Länder ausspioniert im Dienste des US-Geheimdienstes CIA und des deutschen BND. Die Crypto-Affäre - Die Geheimdienst-Affäre war Anfang Februar ins Rollen gekommen. Recherchen des Schweizer Fernsehens (SRF), des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) und der «Washington Post» ergaben, dass die Zuger Firma Crypto AG jahrelang an verschiedene ausländische Regierungen und Armeen Chiffriergeräte verkauft hat, die manipuliert worden waren, damit die Geheimdienste der USA und Deutschlands, CIA und BND, die darüber laufende Kommunikation ohne grossen Aufwand entschlüsseln konnten.

Die Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) von National- und Ständerat hatte wenige Tage nach Bekanntwerden dieser Aktivitäten ihre Untersuchung aufgenommen. Mit ihrer Inspektion will sie als Oberaufsicht über die Nachrichtendienste und die Geheimbereiche des Bundes klären, wer in der Schweiz wann was wusste. Den Medien-Recherchen zufolge sollen Schweizer Behörden im Bild gewesen sein. Mehrere damalige Bundesräte bestritten jüngst jedoch, davon gewusst zu haben. Ex-Bundesrichter Niklaus Oberholzer untersucht seit Januar 2020 die Affäre. Angestossen hatte die Untersuchung der Bundesrat. Inzwischen hat das Parlament diese übernommen.

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