Donnerstag, 01.10.2020 05:53 Uhr

CH - Francisco Fernandez geriet in Strafverfahren

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti zug, 12.09.2020, 09:47 Uhr
Presse-Ressort von: turotti.en-a.ch Bericht 2936x gelesen

zug [ENA] Avaloq-Chef übernahm Ferrari-Abstellhalle von befreundetem Pleitier zum Schnäppchenpreis. Zuger Justiz will einstellen. Francisco Fernandez hat’s vom Immigrantensohn zum ETH-Ingenieur und Software-König gebracht. In diesen Wochen soll seine Banken-Avaloq zum Milliardenpreis verkauft werden. Nun ist der hundertfache Millionär und Avaloq-Präsident in ein Strafverfahren geraten. Zugs Justiz ermittelte gegen Fernandez

und einen befreundeten Geschäftspartner sowie weitere Personen. Der Vorwurf lautet Misswirtschaft und ungetreue Geschäftsbesorgung. Fernandez soll vom Partner eine Abstellhalle für Nobel-Karrossen mit Extra-Bereitstellungs-Service zum Freundschaftspreis erhalten haben. Fernandez zahlte im 2019 rund eine halbe Million für die Einrichtung. Die Halle für Ferraris und Porsches war zuvor mit gegen 2 Millionen zum eindrücklichen Vorzeigestück umgebaut worden – mit dem Geld von Drittinvestoren und der Arbeit von Handwerkern. Kaum hatte Fernandez den grossen Raum (respektive die Innenausstattung) seines Bekannten erworben und in seine eigene Firma Safecap gelegt, deponierte der Freund die Bücher seiner Firma namens Pit Lane beim Konkursrichter.

Die Safecap behielt die Adresse der Pit Lane in Cham ZG. Bei ihr macht auch Monisha Kaltenborn mit, Ex-Chefin des Hinwiler Formel-1-Rennstalls Sauber. Die Geldgeber, Mitaktionäre und Handwerker des Pit Lane-Chefs, die alle offene Rechnungen hatten, schauten in die Röhre. Sie reichten letzten Sommer Strafanzeige gegen den Unternehmer ein, der gross geworden war mit dem Verkauf von Ferraris und weiteren Sportwagen.Vor anderthalb Monaten wurde Avaloq-Spitzenmann Fernandez von den Zuger Behörden stundenlang verhört. Er war im schnittigen McLaren und mit eigenem Verteidiger zum Termin bei den Strafermittlern erschienen. Diese haben vor wenigen Tagen den Parteien mitgeteilt, dass sie ihre Untersuchungen gegen Avaloq-Gründer Fernandez

würden. Wie immer gilt die Unschuldsvermutung. Laut Fernandez sei der Fall damit erledigt, liess der Unternehmer gestern über eine Sprecherin des Software-Unternehmens ausrichten. Ob die „Einstellungsverfügung“ der Zuger Staatsanwaltschaft gilt, hängt vom Entscheid der Oberstaatsanwaltschaft ab. Diese muss noch darüber entscheiden. Ein Sprecher der Zuger Ermittlungsbehörde sagte gestern per Mail: „Ich kann Ihnen bestätigen, dass im Umfeld der Firma Pit Lane eine Strafuntersuchung hängig ist. Weitere Informationen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.“ Insgesamt hatten drei Geschädigte Strafanzeigen gegen den Besitzer der Pit Lane eingereicht.

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