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CS Rohner bringt Kaliber: Lloyds-CEO übernimmt

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 01.12.2020, 11:26 Uhr
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Zürich [ENA] Nächster Präsident der Credit Suisse wird portugiesisches Schwergewicht António Horta-Osório, der Burnout überwand. Urs Rohner versucht es nochmals mit einem grossen Namen aus England. Nach dem Franzosen Tidjane Thiam ist es nun der Portugiese António Horta-Osório, welcher von London kommend der CS Glück bringen soll. Horta-Osório ist im Unterschied zum gescheiterten CEO ein gestandener Banker.

Der 56jährige begann vor 33 Jahren bei der Citigroup in Portugal, ging dann nach New York zur Goldman Sachs. Den grossen Aufstieg schaffte der Banker bei der spanischen Santander, das führende Geldhaus auf der iberischen Halbinsel. Vor 9 Jahren wechselte er zur Lloyds nach London, wo er CEO wurde. Für Rohner bedeutet Horta-Osório vorgezogene Weihnachten. Er freue sich, „eine im höchsten Masse erfahrene und ausgewiesene Persönlichkeit des internationalen Bankgeschäfts als meinen Nachfolger vorschlagen“ zu können. Horta-Osório zeigte sich im Communiqué der CS von heute früh ebenso erfreut und meinte: „Dies ist eine Zeit grosser Chancen für die Gruppe, ihre Mitarbeitenden, Kunden und Aktionäre.“ Rohner packte mit Horta-Osório die Chance,

als ein Kapitän von der Brücke zu gehen, der das Oberkommando in erfahrene Hände legt. Dem Neuen eilt ein guter Ruf voraus – im Geschäft und als Mensch. Horta-Osório hatte schon wenige Monate nach seinem Start zuoberst bei der Lloyds im 2011 einen mentalen Zusammenbruch.Er musste sich schonen, war mehrere Wochen nicht mehr im Büro. Die englischen Boulevardblätter schrieben vom höchstbezahlten Krankgeschriebenen der City. Anfang 2012 kam der Portugiese zurück. Er wolle auf seinen Bonus für 2011 verzichten, sagte Horta-Osório. Dieser hätte 2 Millionen Pfund betragen. Das Burnout hat den Spitzenmanager geprägt. Er setzte sich von da an ein für Initiativen in den Firmen, um Mitarbeiter vor psychischer Überlastung und zu viel Druck zu schützen.

Im Business lief es Horta-Osório nach seiner Auszeit immer besser. Er machte Lloyds kleiner und fokussierter. So konnte die Bank den Staat auszahlen, der die Lloyds in der grossen Finanzkrise retten musste. Der designierte CS-Präsident ist hochdekoriert, erhielt Orden und Würden in Spanien, Brasilien, England, Portugal. 2013 kürte ihn Euromoney zum Banker des Jahres. 2014 verdiente Horta-Osório 11,5 Millionen Pfund. Damit zählte er zu den Höchstbezahlten in Europas Finanzindustrie. Mit Horta-Osório steht erstmals seit einem Jahrzehnt wieder ein echter Banker zuoberst bei der CS. Vor Urs Rohner war das Hans-Ulrich Doerig, ein Schlachtross des Finanzmultis, der das Geschäft in- und auswendig kannte.

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