Montag, 01.03.2021 08:51 Uhr

Knast-Kroate hatte 10 Prozent an Masken-Emix

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 31.01.2021, 10:37 Uhr
Presse-Ressort von: turotti.en-a.ch Bericht 4575x gelesen

Zürich [ENA] Züriberg-Kids holten Ex-Sträfling für Balkan-Importe an Bord. Dank Masken-Deals zu Ferraris à gogo. Dreyfus-Sohn auch dabei? - Auf einer kroatischen Webseite erzählt H.K., 33, wie er vielfacher Millionär wurde. Dank Masken, die in Bern bei der Armee und in Deutschland im Gesundheitsministerium landeten. K. steht in der Story in Shorts, T-Shirt und Sneakers vor einem roten Ferrari, parkiert in einem Fussballstadion

in dessen Heimat Kroatien. Von dort war K. im Alter von acht in die Schweiz gekommen. Die Verhältnisse waren bescheiden. Vater auf dem Bau, Mutter Kellnerin. In der Schule sei er ausgelacht worden, so K. Er habe kein Deutsch gekonnt. Irgendwann geriet er auf die falsche Bahn. Er wurde kriminell, landete im Gefängnis. Dort sei er zur Besinnung gekommen. Nun wollte er Geld machen. Viel Geld. 2019 heuerte er bei der Emix Consulting an. Gründer waren Jascha Rudolphi, einer der inzwischen bekannten Masken-Kids, und Dean Teuber. K. sollte seine Beziehungen im Balkan nutzen. Dort hatte er ein Handelsgeschäft für Ferrero, den italienischen Hersteller von Nutella, aufgebaut. K. erhielt von Teuber und Rudolphi für seine Balkan-Beziehungen 10 Prozent

an der Emix Consulting. Im Artikel im kroatischen Onlinemedium spricht K. rund um Rudolphi von „einer der reichsten Familien der Schweiz“. Diese habe seine frühere Firma im Versicherungsgeschäft teilweise übernommen, so sei er in ihr „Netzwerk“ gekommen. Bereits 2019, lange vor Wuhan und Corona in China, suchten die Emix-Macher Masken und Hygienematerial für eine Pandemie. Warum sie das damals schon taten, ist nicht klar. Ins Spiel kommt hier eine weitere Figur. Kyril Louis-Dreyfus, Sohn der Milliardärin Margarita Louis-Dreyfus, die mit Ex-SNB-Chef Philipp Hildebrand zusammen ist. Kyril Louis-Dreyfus ist frischer Besitzer des Sunderland A.F.C. Er und Emix-Gründer Dean Teuber sind seit Jugendzeit enge Vertraute vom Zürichberg.

„Es ist richtig, dass Kyril Dreyfus und ich gut befreundet sind“, sagt Dean Teuber in einer SMS-Antwort von gestern. „Kyril Dreyfus war jedoch zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Weise in das Maskengeschäft der EMIX involviert.“ „Er war daher auch nie an Gewinnen von Maskengeschäften beteiligt. Weder hat er Türen in China zu Produzenten geöffnet noch war er an der Finanzierung der EMIX Trading AG, welche seit 2016 besteht, beteiligt.“ Teuber, Rudolphi und ein weiterer Freund aus gemeinsamer Jugendzeit, Luca Steffen, hatten ein glückliches Händchen. Als Ende 2019 China ein neues Corona-Virus entdeckte und im Januar 2020 zehn Millionen Menschen in Wuhan einsperrte, standen sie bereit.

Als Ende 2019 China ein neues Corona-Virus entdeckte und im Januar 2020 zehn Millionen Menschen in Wuhan einsperrte, standen sie bereit. In China, Indien, Marokko und Ägypten hatten sie Masken-Produzenten frühzeitig geprüft. Dank gut gefüllter Kasse aus früheren Deals waren sie die Ersten, die dem Westen Masken im grossen Stil liefern konnten. Von Bern erhielten sie dafür 22 Millionen. Laut Tages-Anzeiger war ein Teil der Masken unbrauchbar. Trotzdem hat die Armee die Emix-Leute bisher nicht verklagt. Offenbar hat Bern nichts in der Hand. In Deutschland erzielte die Emix ein Vielfaches. Mehr als die Hälfte aller von Deutschland bestellten Masken stammten in jener Zeit von den Zürchern. Das wurde zum Geschäft ihres Lebens.

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