Sonntag, 17.01.2021 20:41 Uhr

Massenabbau bei Emil Frey-Tochter

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 02.01.2021, 11:21 Uhr
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Zürich [ENA] Autoimperium des SVP-Tycoons verliert Millionen mit Hertz-Vermietung, 115 von 495 Stellen weg. Fliegt keiner, mietet keiner. Die Börsen sind auf Rekordkurs – Gelddrucken sei Dank. Was Corona aber für die „echte“ Wirtschaft bedeutet, zeigt das Beispiel der grossen Emil Frey-Gruppe. Diese unterzieht ihre Vermietungstochter Herold einer Gesundschrumpfung. Es geht ums Schweizer Geschäft mit Hertz und deren Billigmarken.

Seit 2012 hat die Emil Frey-Gruppe, zu 100 Prozent im Besitz von SVP-Spitzenmann Walter Frey, die exklusive Hertz-Vertretung. Bis 2019 war das eine Goldgrube. Der Umsatz verdoppelte sich, die Firma investierte: neues Headquarter, frische IT. Dann kam Corona. Und der ganze Schwung kehrte ins Gegenteil. Niemand flog mehr, also mietete auch keiner am Flughafen einen Wagen. Die Folgen sind dramatisch. Die Frey-Tochter hat im laufenden Jahr knapp einen Viertel ihrer 495 Mitarbeiter entlassen oder in Rente geschickt, ein Teil der Crew ging von sich aus. Emil Frey-Chef Gerhard Schürmann bestätigt den Massenabbau, der Auto-Manager will diesen aber relativieren. „Von den 115 wegfallenden Stellen fallen 37 auf natürliche Fluktuationen,

15 auf Vollzeit-Angestellte, der Rest betrifft Rentner, Studenten und andere Mitarbeiter auf der Basis von befristeten Arbeitsverträgen oder Stunden Arbeitsverträgen.“ Das Geschäft mit Autovermietungen sei ideal für Leute, die keine feste Anstellung suchten oder im Pensionsalter noch eine Beschäftigung auf Stundenbasis wollten. Trotzdem sei das Krisenjahr eine Zäsur. „Wir machen mit Hertz 2020 Verlust, weil die Vermietungen an den Flughäfen eingebrochen sind“, so Schürmann. Das Minus halte sich in Grenzen, weil es gelungen sei, die Abhängigkeit vom Airport-Business zu reduzieren. Lag der Anteil beim Start mit Hertz vor 8 Jahren bei 90 Prozent, betrage er heute noch die Hälfte des Umsatzes. Am Wachsen sei das Geschäft mit Auto-Vermietungen

in den Städten – für Umzüge, sonstige Transporte; und Neukunden, die vor einem Kauf das Fahren ausprobieren wollten. Neue Formen des Autofahrens lägen im Trend, weshalb das Hertz-Geschäft für die Frey-Gruppe immer wichtiger werde, meint Schürmann. „Das Mobilitäts-Business ist für unsere Zukunft zentral, weil immer mehr Kunden Autos mieten oder sharen könnten.“ Keiner wisse, ob die Sharing-Gesellschaft das Auto-Geschäft auf den Kopf stellen würde, mit einbrechenden Verkäufen und umgekehrt explodierenden Vermietungen. Weil eine Prognose schwierig sei, müsse man bereit sein. Mit über einem Fünftel des Marktes sei man mit Hertz und deren Billigmarken Thrifty und Dollar vorne dabei.

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