Dienstag, 03.08.2021 01:55 Uhr

Maximale Katastrophe im Comparis-Reich

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Widen, 15.07.2021, 08:30 Uhr
Presse-Ressort von: turotti.en-a.ch Bericht 1203x gelesen

Widen [ENA] Das Daten-Leck rückt eine Firmengruppe in den Fokus, die mit dem Hunger der Kleinen nach Konsum- und Immo-Krediten gross geworden ist. Die Comparis-Gruppe erlebt den GAU, den grössten anzunehmenden Unfall. Wie in der Atomkraft hat die Firma gerade ihren Meltdown. Von maximaler Beliebtheit zum gigantischen Debakel. Nach einem Hackerangriff schwirren offenbar unzählige geheime Kunden-Daten in der Weltgeschichte herum,

es drohen Gangster-Angriffe auf Kleine und Unbedarfte. Wie konnte das passieren? Was haben sich die Verantwortlichen gedacht? Offenbar führen diese einen Betrieb, so löchrig wie ein Emmentaler-Käse. Sie machten sich einen Namen als Gratis-Vergleichsdienst, anfänglich mit Krankenkassen, dann mit allem: Versicherungen, Krediten, Banken, Immobilien. Das heisst: Die Comparis und ihre Töchter, allen voran die Kreditfirma Credaris, haben einen gigantischen Datenberg aufgetürmt, der nun zusammengebrochen ist. Die Polizei verschickt via Medien Betrugs-Warnungen. Die Gruppe liegt in den Seilen. Gründer und Grossaktionär ist ein Millionär in Feusisberg SZ. Sein Name: Richard Eisler. Sein Credo: Daten-Sammeln. Eisler kennt keine Grenzen,

sein Reich besteht aus unzähligen Firmen und Initiativen. Stets tauchen die gleichen Helfer auf. Auf Stufe der strategischen Führung in den Verwaltungsräten der Comparis-Gruppe ist das Paul Kummer, ein Ex-IBMler, auf der operativen Ebene ein Steven Neubauer, der seinen Weg in der NZZ-Gruppe gemacht hatte. Elser und seine Mitstreiter bauten ein Imperium auf, das nach aussen das Image einer „Gut“-Gruppe verströmt, im Innern aber auf umstrittene Art Geldberge auftürmt. Das Zauberwort heisst Daten-Gold. Die Kunden von Comparis, Credaris, Hypoterra und wie die Firmen der Gruppe alle sonst noch heissen geben Eisler im naiven Vertrauen ihren Namen, ihre Adresse, ihr Alter, ihr Email, ihr Passwort. Striptease ohne Ende.

In der Nacht auf heute dann die Hiobsbotschaft: „Bei der sogenannten Ransomware-Attacke wurden verschiedene IT-Systeme der Comparis-Gruppe blockiert“, schrieb die Comparis den betroffenen Kunden. Für die gabs Bad News: „Leider zeigen die nun erfolgten Detailanalysen, dass die Täterschaft Zugang zu einigen internen kundenrelevanten Daten der Comparis-Gruppe hatte (z.B. zu E-Mail-Adressen unserer Nutzerinnen und Nutzer).“ Das dicke Ende folgte erst noch: „Falls Ihre Daten betroffen sind, können wir leider nicht ausschliessen, dass diese von Dritten für kommerzielle oder betrügerische Zwecke verwendet werden". Auf gut Deutsch: Wir waren offen wie ein Scheunentor, Ihre Daten sind jetzt bei Gaunern und Hackern. Sorry, gäll.

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