Dienstag, 03.08.2021 02:37 Uhr

Nette WIR-Bank gar nicht lieb: Strafgebühr

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 12.07.2021, 09:20 Uhr
Presse-Ressort von: turotti.en-a.ch Bericht 1341x gelesen

Zürich [ENA] Genossenschafts-Firma wirbt mit schönem Zins, gleichzeitig bestraft sie überfallsmässig Freizügigikeits-Kunden mit neuem Ablass. Auf dem Plakat strahlen ein Mann und eine Frau in fortgeschrittenem Alter um die Wette, in milchigem Sonnenlicht, mit See und Natur. Die Botschaft: Bei uns ist ihr Geld sicher und bringt erst noch Rendite. Positiv-Zins, wenn auch nur einen kleinen, damit will die WIR-Bank im Markt punkten.

Nicht zum Schönwetter-Auftritt passt ein Brief, verschickt in diesen Tagen an Kunden mit einem Freizügigkeits-Konto bei der WIR. Diese haben ihr Zweite-Säule-Guthaben bei der Bank parkiert. Viele Banken hätten „nur noch minimale bis gar keine Zinsen mehr auf Freizügigkeitsgelder“ bezahlt, beginnt das Schreiben. Dann lassen die Genossenschafter die Katze aus dem Sack. „Deshalb haben wir uns dazu entschieden, auf dem Freizügigkeitskonto per 01. August 2021 eine Kontoführungsgebühr von 2.50 CHF pro Monat einzuführen.“ Macht 30 CHF im Jahr – keine Tragödie, oder? Bei der Postfinance ist es schliesslich das Doppelte. Nur: Beim Gelben Riesen geht es um normale Zahlkonti, hier hingegen trifft die „Strafaktion“ die gesetzlich geregelte Vorsorge.

Zudem passt nicht ins Bild, dass es sich bei der WIR-Bank um eine Genossenschaft handelt, die offiziell das „Gute“ vor den eigenen Reibbach setzt. Nicht nur, weil sie ihre Vorsorgegelder womöglich extra bei der WIR-Bank deponierten, da sie dort als Letztes mit neuen Minuszins-Gebühren rechneten. Sondern auch wegen der minimalen Vorlaufzeit. Der Brief der WIR stammt von letzter Woche, die Strafgebühr tritt in drei Wochen in Kraft. „Aus meiner Sicht ist die Ankündigung viel zu kurzfristig, wir schreiben heute den 10. Juli 2021“, wandte sich ein WIR-Kunde übers Wochenende an die Basler Bank. „Kunden, die nicht mit der Verrechnung einverstanden sind und die Bank WIR verlassen wollen, haben so nur wenig Zeit andere Lösungen zu finden.“

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