Dienstag, 03.08.2021 02:25 Uhr

UBS: Für Thurgau-Villa 20 Mio, für 60+ die Kündigung

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 13.07.2021, 08:53 Uhr
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Zürich [ENA] Grossbank entlässt still&leise Älteste in Belegschaft, vergoldet dafür Kader-Zentrum Wolfsberg. Wir sind grosszügig, findet Nr. 1. Für 20 Millionen soll die UBS im Covid-Jahr 2020 ihre Kader-Ausbildungsstätte auf dem Wolfsberg im Kanton Thurgau herausgeputzt haben. Die Bank bestätigt die grosse Renovation, will sich aber nicht zu den Kosten äussern. Ebenso bedeckt hält sie sich weiterhin, was ihren laufenden Abbau

angeht. Dort kriegen immer mehr Schweizer Mitarbeiter den Blauen Brief. In diesen Wochen auch 60-Jährige und noch Ältere. Sie landen bei der führenden Arbeitgeberin des Finanzplatzes zuhauf beim Alteisen. Die Kündigungen der Super-Senioren findet die Bank Ok. Diese würden grosszügige Abfindungen erhalten, welche die UBS zusätzlich zu einer bis 12 Monate langen Kündigungsphase leiste. Das Beste aus Sicht der UBS-Kommando-Brücke: Die Betroffenen könnten die Abfindungsprämie in die bankeigene Pensionskasse einzahlen. Damit sei eine Frühpensionierung möglich für jene, die das wollten. Viel wichtiger sei der „Schutz“ für 50+, heisst es aus dem Innern des Finanzmultis. Dieser sei „maximal“, zumindest bei den 55- bis 59-Jährigen.

Dort seien Entlassungen praktisch verboten. Der Grund dafür sei, dass Banker in diesem Alter im dummen Rank seien: zu jung für die Frührente, zu alt für den Jobmarkt. Würde es in Ausnahmefällen doch jemanden in diesem Alterssegment treffen, dann käme zwingend die Personalabteilung ins Spiel. Human Resources stehe eine Art Vetorecht zu. Die UBS will sich mit ihren Hintergrund-Aussagen als soziale Arbeitgeberin präsentieren. Ob sie das ist, dazu herrschen naturgemäss unterschiedliche Ansichten. Sicher ist: Die wichtigste Schweizer Bank entlässt am Laufmeter Mitarbeiter, darunter auch die Ältesten. Gleichzeitig leistet sie sich Umbauten im Stile der Monarchen Frankreichs.

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