Montag, 01.03.2021 07:05 Uhr

UBS lässt sich von Apple Pay kaufen

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Widen, 04.02.2021, 11:22 Uhr
Presse-Ressort von: turotti.en-a.ch Bericht 3486x gelesen

Widen [ENA] Nach dummem Feldzug mit Twint rollt Grossbank Amis roten Teppich aus. 500 Franken Bonus für 3 Apple-Zahlungen. Die UBS wollte mit ihrem Twint den Apple-Boys aus Kaliforniern zeigen, wo der Bartli den Most holt. Damit holte sich die Grossbank eine blutige Nase. Nun kippt sie ins Gegenteil. Seit kurzem propagiert die Schweizer Nummer 1 Apple Pay, als ob es nie einen Zwist gegeben hätte. „Mit Apple Pay können Sie sicher

nd kontaktlos bezahlen“, frohlockt die Bank in Richtung Kunden. „Haben Sie via Apple Pay schon mit Ihrer Karte (Endziffern: ….) bezahlt? Probieren Sie es gleich aus – es lohnt sich.“ Halleluja. Obendrauf hagelts Geschenke. „Mit der ersten Nutzung werden Ihnen 10 KeyClub-Punkte gutgeschrieben“, erfährt der Kunde. Das ist nur der Anfang. Bis Ende Monat schenkt die UBS laut einer Quelle jedem Kunden, der Apple Pay über seine UBS-Kreditkarte mindestens drei Mal einsetzt, 500 Franken in Form von Bonus-Punkten. Laut der Auskunftsperson zahle Apple. Das Unternehmen wolle auf diese Weise ihr Apple Pay in der Schweiz fördern. Aus dem verbissenen Kampf ist eine neue Freundschaft geworden. Die UBS umarmt Apple, und diese zahlt.

Für das reiche Unternehmen Peanuts. Schlimmer sieht die Lage für die UBS aus. Sie und die übrigen Schweizer Banken haben 500 Mio in Twint verlocht. Dort heisst es stets, man sei der Konkurrenz längst auf- und davongezogen. Das stimmt – nur verdient Twint nichts. Der Erfolg basiert auf dem Herumsenden von 10 Franken-Beträgen der Jungen für ihren Pizza-Anteil. Wie verzweifelt UBS&Co. sind, zeigt ein nächster Gebühren-Sturm aufs Portemonnaie der Kleinen. Die geförderte neue Debit-Karte der Schweizer Banken kostet das Gewerbe praktisch gleich viel wie die Kreditkarten von Mastercard und Visa, ohne dass ein Mehrnutzen dahintersteckt. Das teilte die Six Payment Services, die zur französischen Worldline gehört, soeben den Geschäftskunden mit.

Statt wie bisher 30 Rappen pro Transaktion müssen die Läden rund 1 Prozent abliefern. Der genaue Betrag besteht aus einem „Kommissionssatz“ und einem Fixbetrag pro Transaktion. Wer damit nicht einverstanden ist, der erhält zur Antwort, dass dann halt alle Debitkarten als Kreditkarten abgerechnet würden. Will heissen, mit einer Marge von 2 bis 3 Prozent – also noch teurer. Die hohen Gebühren landen in den Taschen der französischen Worldline und den Banken. Diese setzen auf die neue Debitkarte, die man dank Zusammenarbeit mit den grossen Kreditkartenfirmen im Netz nutzen kann. Einen Ausweg fürs Gewebe gibt es nicht. Nach dem Kauf der Aduno durch die Six Payment und deren späteren Verkauf hat die Wordline ein Monopol in der Schweiz.

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