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Techno Classica 2024: Auftakt in die neue Saison

Verantwortlicher Autor: Ericht Hein Essen, 19.04.2024, 09:35 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Auto und Motorsport +++ Bericht 4707x gelesen
Techno Classica
Techno Classica  Bild: Erich Hein

Essen [ENA] April, es ging los. Die Türen öffneten sich und eine überschaubare Menge an Menschen betrat die Ausstellungshalle der Essener Messe. Erwartungen auf das Alte und Neue, gepaart mit Neugier etwas Besonderes zu entdecken und guten Gesprächen in noch ruhiger Umgebung, ...

ließen die Besucher gerne am Eröffnungstag einen Aufschlag auf den Eintrittspreis entrichten. Ob es sich gelohnt hat; hier Einblicke auf eine der größten weltumspannenden Oldtimer-Messe. Als erstens sei gesagt: Unsere wichtigsten und bekanntesten Hersteller waren nicht vor Ort. Vergeblich suchte man den Stand von Mercedes-Benz, Porsche, BMW, Audi, Opel oder auch VW. Man überlies schlichtweg den jeweiligen Clubs die große Bühne. Wie das, mag sich so mancher Besucher gefragt haben.

Ist unsere Autoindustrie, dass Aushängeschild unserer Wirtschaft schon so verunsichert in Bezug auf die E-Mobilität oder liegt es schlichtweg an den Finanzen, die durch Corona, den Krieg in der Ukraine mit dazugehörigen Erhöhungen im Energiesektor und dem Fachkräftemangel die unseren Firmen schwer im Magen liegen. Es wird wohl von allem etwas, aber „liebe Hersteller“, eine Messe in dieser Größenordnung mit sehr viel ausländischem Publikum, gebietet für mich Präsens sei es auch noch so schwierig um zu setzen. Vorschlag: „Visionen und neue Ideen“ sind hier gefragt. Aber lassen wir uns jetzt über die einzelnen Clubs, die mit viel Hingabe präsent waren und den ein oder anderen Geburtstag und Jubiläum in Szene setzten.

Fangen wir mit einfach mit VW an. Kult-Auto für immer und ewig in Erinnerung natürlich der Käfer. Doch das Überleben bis heute sicherte VW ein anderer: „Der Golf“. Es sind bereits 50 Jahre seit der erste Golf I IG auf die Bühne der Welt erschien. Was für ein Hammer: ein quer eingebauter, wassergekühlter Frontmotor statt eines luftgekühlten Boxers im Heck. Eine kantige und geräumige Karosserie mit Option auf vier Türen, dazu eine große Heckklappe, alles anders wie beim Kult-Käfer. Die Wolfsburger zeigten alle wesentlichen Varianten dieses Kult-Autos vor. Z.B. zwei frühe Modelle aus der ersten Baureihe, zwei GTI, das Cabrio und einen Diesel mit einem Tacho-Stand von über 400.000 km.

Sogar zwei Teilnehmer-Autos der Alaska-Feuerland-Tour von 1974 waren dabei. Gott sei Dank noch keine E-Mobile, sie wären heute noch am Fahren. Standesgemäß in Halle 1 erstrahlte der Stern. Natürlich wissen wir alle wer es ist: Mercedes-Benz. Auf über 2000 Quadratmeter gingen die 19 Markenclubs neue Wege. Anstatt die über 40 Exponate auf Podesten und Absperrungen zu präsentieren, war Mitmachen angesagt. Hier ergaben sich vielfältige Möglichkeiten mit Experten und Fans ins Gespräch zu kommen um die Klassiker hautnah zu erleben und sogar zum Mitfahren. Bei der Driving Experience bewiesen 10 Clubfahrzeuge, darunter die SL-Baureihe der 60iger Jahre, SLR-Serie und ein Unimog ihr Fahrtüchtigkeit.

Kostenlose 20 Minuten konnte man Runde um Runde ums Messegelände als Besucher das Gefühl erleben, ich sitzt in einem tollen Mercedes. Eine super Idee für mich, aber Achtung, wenn diese Idee Schule macht, verlegt man die nächste Messe einfach nach draußen. Große Geburtstage wurden natürlich nicht vergessen. 1954 New York, hier erstmals zu sehen. Das Duo 300SL und 190SL. Für mich einer der schönsten Sonderschauen, die die S.I.H.A seit Jahren dem Publikum offerierte. Das Motto „120 Jahre Exzellenz“, oder einfach gesagt „Rolls-Royce“. Zu verdanken haben wir diese Sonderschau dem Techniker und Ingenieur Frederick Henry Royce und dem Investor und einem der ersten Autohändler Charles Rolls.

Im Hintergedanken, Luxus pur und fast unbezahlbar für die Mehrheit der Automobil-Liebhaber. Das mag nicht falsch sein, aber in den Anfangszeit 1904 stand ein anderes Motto im Vordergrund: Qualität und Zuverlässigkeit. Die ersten Modelle wurden im Dezember 1904 auf dem Pariser Automobilsalon mit dem Namen Rolls Royse stilvoll präsentiert. Überragende Werte die ab Mitte der 1020ziger Jahre mit der Modellreihe Phantom ihren Siegeszug feierte. Spleenige Attüden, gepaart mit dem stetigen Interesse an Rolls Rocye der aufstrebenden Elite der Reichen und Mächtigen der 1920ziger Jahre sorgten für ein Umdenken in „Luxsus pur“.

Mit Internationale Händler und Experten zelebrierte man das Jubiläum mit herausragenden Beispielen des „Phantom“, der heute in seiner mittlerweile achten Auflage noch immer den zentralen Baustein der Modellpalette bildet. Als Highlight schlechthin stand dort der 1958 gebaute Rolls-Royse Silver Wraith State Landaulette, eine Filmgröße. Stand er doch 2002 für die niederländische Königsfamilie als Hochzeitsauto zur Verfügung. Eine schöne Auszeichnung für diesen Silver (Gebraucht hätte er es aber nicht). Ein Mega-Wumms zu Beginn der 1970ziger Jahre erzielte Porsche mit der 911 Turbo Revolution.

Diese Veränderung verdanken wir, Italien, richtig gelesen. Italien gab den Ausschlag für die Entstehung des Turbos. Gott sei es gedankt. Um den zunehmend hochgerüstet Modellen der Italiener Paroli bieten zu können war es naheliegend dem Erfolgsmodell 911 Anfang 1970 eine Erneuerung zu gönnen. Es sollte schon ein Auto bleiben, aber nicht für Jedermann (dementsprechend lag der Kaufpreis bereits 1970 in höheren Preissegment). Super toll fand das Publikum den Turbolader und den plakativen Heckspoiler, ein Merkmal der gesamten Baureihe adelte die Baureihe - bis heute. Verdienter Sieger der diesjährigen Techno Classica Essen „Best of Show“ wurde ein 1961 Maserati 5000 GT mit Pininfarina-Karosserie.

Insgesamt wurden 32 dieser Luxus -Sportwagen mit dem auf fünf Liter vergrößerten V8 des 450 S hergestellt. Im französischen Bereich entdeckte man einen sogenannter Scheunenfund der Extraklasse: ein Citroèn TPV, jener im Oktober 1939 gezeigte Kleinwagen, aus dem zehn Jahre später einmal der 2 CV werden sollte. Leider verhinderte der zweite Weltkrieg einen Serienbau. Vier überlebende von 250 gebauten Vorserienmodellen, immerhin vier Stück, super. Dies waren einige Höhepunkte der Techno Classica Essen. Sollte es Ihnen gefallen haben, machen Sie sich nächstes Jahr auf den Weg nach Essen. Es wird sich wie immer lohnen.

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